Stimmungsvolle Deutsche Hallen-Meisterschaften der U20 in Halle an der Saale

Mit Tim Eikermann konnte sich der einzige Duisburger Athlet in der U20 für die Meisterschaften in Sachsen-Anhalt qualifizieren. Bei seiner Spezialdisziplin den 60m Hürden ging es bereits am späten Nachmittag im zweiten Vorlauf um „Alles oder Nichts“. Die Leistungsdichte ist enorm und so ging es direkt gegen namenhafte Konkurrenz.
Der erste Start war direkt einer der besten in seiner Leichtathletikkarriere, allerdings wurden die Läufer aufgrund eines vermeintlichen Fehlstarts zurück geschossen. Letztendlich erfolgte aber keine Disqualifikation eines Teilnehmers, sondern die grüne Karte, welche alle Starter im Feld belässt. Wie stand es nun um Tim´s Nervenkostüm? Zuletzt mit eben diesen Nerven bei der NRW Meisterschaft in Dortmund, brachte er auch im zweiten Start eine starke Leistung auf den Tartan. Der Anlauf zur ersten Hürde, das Tempo es passte und so lief er in Bestzeit von 8,07 Sekunden als Drittplatzierter seines Vorlaufes schnurstracks in das erhoffte Finale der Deutschen U20 Meisterschaften!

Tim Eikermann holt sich Platz 6!
Etwas Erholung, erneut Aufwärmen, fokussieren und 1,5 Stunden nach dem Vorlauf auf Bahn 8 startend in das Finale. Tim zog sein Ding durch, ließ sich auch nicht davon beirren, dass er die dritte Hürde voll mitnahm und wurde mit der Schulter voraus im Fotofinish mit Platz 6 belohnt. Es ist nicht überliefert wer aufgeregter war: Eltern, Trainerin Frederike Koleiski oder Tim selber. Zwar konnte er seine Bestzeit aus dem Vorlauf nicht erneut unterbieten, bestätigte allerdings mit 8,17 Sekunden seine nationale Spitze und Kaderzugehörigkeit. Nicht zu vergessen ist der Faktor Zeit bei Tim: er ist das erste Jahr in der U20 und die Saison fängt jetzt erst richtig an.

Riesen Stimmung bei den Staffeln – die Halle tobt!
Aufgrund eines nur schwer nachvollziehbaren Zeitplans, der DLV setzte die Hürdenvorläufe und das Finale zwischen den Staffelvorläufen an, war es für die neugegründete Startgemeinschaft A42 kaum möglich in die Finals der besten 8 Teams zu kommen. Eine Rekordzahl von 52 Staffeln hatte gemeldet, angetreten sind 46 Teams aus ganz Deutschland.
Ein Erfolg war schon die Teilnahme an dieser DM. Nach dem Vize-Titel bei den NRW-Meisterschaften in Dortmund keimte allerdings leise Hoffnung auf, vielleicht ein zweites Mal am Finaltag antreten zu dürfen.
In der Konsequenz mussten die Jungs auf zwei schnelle Teamkollegen verzichten. Marius Lewald aus Bottrop schied im Vorfeld verletzt aus und für Tim Eikermann war es unmöglich unmittelbar vor dem Hürdenfinale die 200 Meter zusätzlich zu laufen. Seine Priorität lag richtigerweise auf den Hürden.
So blieb es bei Hannes Jüsten, Jonas Herzog (beide LC Adler Bottrop), Pascal Kurz und Patrick Zuralski (Eintracht Duisburg) die Sache zu richten.
Mit Spaß und dennoch der nötigen Konzentration liefen diese vier wie im Rausch. Hannes Jüsten als Startläufer ließ die Laufkonkurrenz aus Wattenscheid, nicht wegziehen und übergab den Staffelstab bei einem Klasse Wechsel an Pascal Kurz. Dieser verlor auf den ersten Metern zwar etwas an Boden gegenüber Leinfelden-Echterdingen (Baden Württemberg), kam allerdings auf Schlussgeraden wieder an die führenden Wattenscheider heran und übergab den Stab an Position zwei liegend an Jonas Herzog. Kurios war hier, dass Wattenscheid zwar deutlich führte, den Wechsel aber nicht hinbekam und ausschied. Plötzlich führte die A42 mit Jonas Herzog. Dieser hatte sehr gute erste 100 Meter, ehe er etwas an Boden verlor und vom Team Leinfelden-Echterdingen überholt wurde. Jonas kämpfte sich bis zur Wechselzone durch, wo Patrick Zuralski wartete und etwas früh los lief. Die Kraftreserven und das Akku waren bei Jonas auf Reserve. Schlussendlich blieb zwar etwas Zeit bei diesem Wechsel liegen, aber Patrick konnte nun Gas geben. Ein weiteres Kuriosum: das nun führende Team aus Baden Württemberg verpatzte den Wechsel komplett und schied ebenfalls aus. So verblieb mit OTB Osnabrück die jüngste Staffel im Feld als Konkurrent. Patrick lief seine 200m sicher nach Hause, die A42 gewann den Vorlauf in einer Zeit von 1:33,83 Minuten und bestätigt mit einer Ersatzstaffel dennoch die DM Norm erneut.
Die Zuschauer auf der Tribüne tobten, Trainer, Betreuer und Eltern feierten das Team, auch wenn es „nur“ Platz 22 bei dieser DM wurde. Unter den gegebenen Umständen allerdings ein Klasse Resultat und erneut die Erkenntnis, dass das Team funktioniert und die Idee die StG A42 zu verwirklichen eine richtige war. Etwas Wehmut kam auf: Was wäre mit der ersten Aufstellung dieses Staffelteams möglich gewesen? Enttäuscht war niemand, der Spaß und das große Erlebnis an dieser DM teilhaben zu dürfen, war Entlohnung für alle Anwesenden. Die beiden Trainer Frederike Koleiski und Dirk Lewald waren erschöpft aber auch voll des Lobes über die gezeigten Leistungen.

Die Hallensaison ist mit diesem Höhepunkt beendet, gespannt darf man nun auf die Sommersaison sein. Das große Ziel: die DM im Juli in Rostock.

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