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Berichte Archiv
3.9.2012

Karim El Abdulla wird Westdeutscher Vizemeister über 300m


2012-westdeutsche-jugend Für eine große Überraschung gleich zu Beginn der Wettkämpfe in Bad Kreuznach sorgte Karim El Abdulla. Über 300m lief er schnell wie nie und holte die Silbermedaille hinter dem klaren Favoriten Jan Ruhrmann.


Das Stadion lies für eine Westdeutsche Meisterschaft zwar etwas zu wünschen übrig, aber die Bahn war neu und sollte auch für schnelle Zeiten sorgen. Das Wetter spielte auch mit und brachte den Athleten perfekte Bedingungen. Zum Glück denn ohne überdachte Plätze hätten die Zuschauer und Athleten wohl im wahrsten Sinne des Wortes im Regen gestanden.

Ungewohnt früh eröffneten die 800m Läufer den Wettkampf. Für Moritz Proff vielleicht etwas zu früh. In dem starken Teilnehmerfeld hatte er sich zwar ohnehin keine großen Chancen ausgerechnet, aber mit seiner Zeit von 2:17,23 min hatte er das Rennen nicht mutig genug gestaltet und blieb etwas hinter seinen Möglichkeiten zurück. Positiv festzuhalten ist, dass er, nachdem der erste Ärger über sich selbst verraucht und das Rennen ein wenig analysiert war, gleich Motivation fand, es im nächsten Jahr besser zu machen.

Nach dem 800m Lauf folgte dann direkt die große Überraschung des Tages. Mit der siebt schnellsten Zeit angereist hatte sich Karim El Abdulla über 300m die besten Chancen ausgerechnet und dafür extra die 80m Hürden ausfallen lassen, für die er auch qualifiziert war. Das er aber einen solch furiosen Lauf auf die Bahn zaubern würde, damit hatten weder er noch sein Trainer gerechnet.
Die Vorzeichen waren aber auch äußerst gut. Endlich hatte er Mal die Innenbahn zugeteilt bekommen und eine Bahn vor ihn startete der deutliche Favorit und alte Bekannte Jan Ruhrmann. Ganz offensichtlich hatte sich Karim vorgenommen die Gunst der Stunde zu nutzen und sich am groß gewachsenen Konkurrenten fest zubeißen. Und zum erstaunen des mitgereisten Anhang auf der Tribüne gelang ihm das sogar bis kurz vors Ziel. Und die Zugmaschine Ruhrmann brachte Karim eine fantastische neue Bestzeit von 37,74s ein (bisher: 38,67s) und bescherte ihm die Westdeutsche Vizemeisterschaft, mit der wohl niemand wirklich gerechnet hätte. Der junge Sprinter zeigt halt immer wieder, dass er über sich hinauswachsen kann. Eine Stunde später musste er dann auch noch über 100m ran. Allerdings war nach dem großen Erfolg natürlich zum einen die Luft, zum anderen aber auch deutlich die Kraft raus. Mit 12,14s qualifizierte er sich zwar für den Zwischenlauf, nach Rücksprache mit dem Trainer beschlossen beide aber trotz Qualifikation für den Zwischenlauf auf Selbigen zu verzichten. Die Aussicht auf das Finale war ohnehin nicht groß, da im Stadion nur sechs Bahnen zur Verfügung standen. Außerdem wollte man die Kräfte für die 4x100m Staffel am Nachmittag schonen.

Über der stand allerdings noch ein großen Fragezeichen. Lars Tapken, der Stammläufer auf Position zwei hatte sich bei den Kreis-Mehrkampf-Meisterschaften vor einer Woche verletzt, so dass nicht fest stand ob er würde laufen können. Er hatte die Woche über nicht trainiert, in der Hoffnung antreten zu können. Der letzte Test vor Ort sollte entscheiden. Doch nach dem Aufwärmen und diversen Versuchen entschied er selbst schweren Herzens, dass es keinen Sinn macht und die Gefahr zu groß ist eine schwerwiegendere Verletzung zu riskieren. Und so ging das Quartett in der Besetzung Karim El Abdulla, Jonas Dickopp, Moritz Proff und Daniel Grünler, der eingesprungen war, an den Start. Leider hatten die Vier noch mehr Pech. Beim letzten Wechsel gab es einen von vielen Stürzen an diesem Tag, wodurch Schlussläufer Moritz gezwungen war einen Schlenker zu laufen. Mit Blick auf die Ergebnisliste besonders ärgerlich, denn auf Platz acht fehlten nur fünf Hundertstel. Und so gingen die Eintrachtler mit leeren Händen nach Hause.



Besonders erfreulich war an diesem Tag auch, dass mit Julia Doepner, Maike Meyer, Julia Grehl, Janina Dzurgelies und Ersatzläuferin Patricia Roßmüller in der Klasse W15 ebenfalls eine Eintracht Staffel vertreten war. Die Mädchen hatten sich mit einem tollen Lauf bei den Nordrhein Meisterschaften qualifiziert. Nach dem ersten Wechsel war das Team auch noch gut dabei, beim zweiten Wechsel stimmte dann leider das Timing nicht. Julia lief ihrer Mannschaftskameradin davon, tat dann aber das einzig Richtige. Sie lief zurück in den Wechselraum und übernahm dort den Stab. So konnten sie das Rennen fortsetzen ohne disqualifiziert zu werden. Der letzte Wechsel lief dann wieder gut und Janina gab noch ein Mal Alles um das aussichtslose Rennen dennoch gut ins Ziel zu bringen. Die Zeit reichte zwar nur noch für den zwanzigsten Rang, dennoch können die Mädchen, wie alle unsere Nachwuchshoffnungen, stolz auf sich sein es überhaupt bis zu den Westdeutschen Meisterschaften geschafft zu haben. Außerdem ergeht es auch namhaften Vereinen nicht besser. Der TV Wattenscheid (mit der besten Meldezeit) zum Beispiel brachte das „Staffelholz“ gar nicht bis ins Ziel. Allein die Tatsache, mit 10 Athleten in Bad Kreuznach dabei gewesen zu sein, ist ein großer Erfolg für die Schülerinnen und Schüler sowie die Nachwuchsarbeit der Eintracht. Das macht Hoffnung und Vorfreude auf nächstes Jahr.